August-Bebel-Platz
Antifaschistischer Gedenkstein "Ewige Mahner"

Am Sonntag, dem 12. September 1954, wurde auf dem August-Bebel-Platz das Denkmal “Ewige Mahner” für die Opfer des Faschismus enthüllt und eingeweiht (Fotos links und unten).
Der Festredner auf dem Bild ist nicht bekannt. Vor der Rednerbühne hat der Männerchor Berbisdorf Aufstellung genommen, welcher anlässlich der Einweihung sang.
Oben eine Fotografie aus den 1960er Jahren, es ist zum Zeitpunkt halbmast geflaggt.
(Fotos: oben Haus & Grund Einsiedel/ Hans Morgenstern, links und unten Ingobert Rost)

Das Denkmal wurde 1954 von der Belegschaft des Einsiedler Brauhauses, vor allem von Fritz Köhler gemauert.

Auf dem Foto sehen wir die Einsiedler OdF-Gruppe vor dem Denkmal.
OdF = Opfer des Faschismus

(Foto: Haus & Grund Einsiedel)

Das Denkmal während zweier Gedenkfeiern für die Opfer des Faschismus in den 1960er Jahren, links mit Kampftruppenabordnung und rechts mit Spalier bildenden Pionieren.
Immer am 2. Sonntag im September fanden hier bis 1989 diese Gedenkfeiern statt. In der Schale auf dem Kopf des Mahnmals wurde zum Gedenken ein Feuer entzündet. Heute gibt es derartige Veranstaltungen im Ort nicht mehr.
Obwohl der „Gedenktag für die Opfer des Faschismus” bereits unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg die erste gesamtdeutsche Erinnerung für alle Opfer und Verfolgten des Nationalsozialismus war und auch heute noch andernorts Gedenkfeierlichkeiten stattfinden, gibt es seit 1990 derartige Veranstaltungen in Einsiedel nicht mehr.
(Fotos: links Torsten Richter, rechts Haus & Grund Einsiedel)

Oben: Das Denkmal Ende der 1970er Jahre, oben rechts und rechts der gleiche Blickwinkel am 14. September 2004.
Die beiden Blaufichten links und rechts des Gedenksteines haben mittlerweile schon gewaltige Ausmaße angenommen. Das Denkmal selbst befindet sich zum Zeitpunkt in einem unansehnlichen Pflegezustand.
Der Gedenkstein weist starken Moosbefall auf und ein Putzschaden (auch auf dem Foto deutlich sichtbar) ist schlecht ausgebessert worden. Der Weg zum Denkmal ist völlig zugewachsen und faktisch nicht mehr vorhanden.

Wie die Zeit vergeht...sechs Jahre später (19. September 2010) finden wir den Gedenkstein nur durch Natureinflüsse optisch etwas verändert vor. Die Putzausbesserung passt sich sukzessive der Farbe des Altputzes an, dafür verblasst das “Rot” des Dreiecks (...des Winkels) immer mehr und bei Lichte betrachtet ist es jetzt rosa...
 

Das rote Dreieck auf dem Gedenkstein zeugt vom eindeutig politischen Charakter des Mahnmals bei seiner Errichtung. Es nimmt Bezug auf ein Kennzeichnungssystem in den Konzentrationslagern (KL) des Dritten Reiches. Rote Dreiecke (oder Winkel, wie es eigentlich heißt) trugen jene Häftlinge, die wegen politischer Vergehen in den KL inhaftiert waren. Kriminelle trugen grün, Emigranten blau, Bibelforscher lila, Schwule und Lesben rosa und Asoziale schwarz. Asozial war der “Rest”, der in die vorstehende Aufzählung nicht hinein passte. Für einsitzende Juden, Polen, Tschechen, Wehrmachtsangehörige, Rassenschänder, Wiederholungstäter usw. gab es eine Vielzahl von Sonderkennzeichnungen.
 

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