Lindenstraße 3
früher zwei Grundstücke mit den Nummern 1 und 3

Ehemalige Ortslistennummer/Brandkatasternummer 66 D (Hausnr. 1)

 

Das Grundstück Lindenstraße 3 war vor wenigen Jahrzehnten kleiner, heute ist dort die ehemalige Hausnummer 1 darin aufgegangen, wodurch diese (postalisch) erlosch. Der Vorbeigehende findet also heute die ”Lindenstraße 1” in der Realität nicht mehr vor - darum sollen diese Seiten hier das einstige Fachwerkhaus aus der Vergangenheit zurück holen.

Oben eine Aufnahme um 1975, zum Zeitpunkt war das Gebäude bereits weit über 100 Jahre alt.
Erbaut wurde es durch den Strumpfwirker Carl Gottlieb Oertel im Jahre 1852. Am 30. Juni 1874 verkaufte es dieser an einen Carl August Uhlig.
Zeitgleich wurde zwischen Chemnitz und Aue die Eisenbahn errichtet, dem der rückwärtige Teil des Grundstücks zum Opfer fiel, ebenso wie der direkte Zugang zur Zwönitz. Dieser Sachverhalt ist bis heute gegeben. Für Carl August Uhlig war es wohl dieser Umstand, dass er Haus und Grundstück bereits am 1. Juni 1875 weiterveräußerte.
(Foto: Maria Engelhardt)

Die Käuferin - Johanne Eleonore Berger - betrieb dann hier einen kleinen Handel mit Essig und Sauerkraut. Einzelne Relikte dieses Geschäftes aus alter Zeit haben sich bis heute erhalten.
(Fotos: Maria Engelhardt)

Am 21. Juni 1892 erbt der Tischler Oswald Richard Berger das Grundstück zu 1/8 und kauft von den anderen Erben die restlichen 7/8 dazu. Er betreibt von nun an hier eine Tischlerei. Von Berger unter anderem hergestellte Särge bringen ihm den Beinamen “Sargtischler” ein.
Jahrzehnte lang blieb das Grundstück im Familienbesitz.

Unter dem 1. Januar 1971 wird das Haus an Heinz Geißler verkauft, von dessen Erben ging es dann im September 1992 in den Besitz der Familie Engelhardt über, die ursprünglich plante, dieses zu sanieren.
Der Gesamtzustand des Hauses sprengte aber jeden wirtschaftlichen Rahmen einer Sanierung und so blieb letztlich nur der Abriss.
Die Fotos oben zeigen das Gebäude um 1980 (links) und 1994.
(Fotos: Maria Engelhardt)

Die beiden Bilder zeigen links den Abriss am 24. August 1996 und die gleiche Stelle in einer Aufnahme vom 19. Juni 2010 (rechts).
(Foto oben links: Maria Engelhardt)

Links noch eine Fotografie des Gebäudes Lindenstraße 1 kurz vor dem Abriss 1996. Einige wenige Elemente des alten Fachwerkhauses werden aber weiterhin bewahrt. Rechts die originale Hausnummer mit darunter stehender Brandkatasternummer. Sie hängt noch heute am seinerzeit stehen gebliebenen Schuppen.
(Foto links: Maria Engelhardt)

Wie auf dem linken Foto ersichtlich hatte das Haus den Eingang nicht von der Straße aus, sondern über die Hofseite. Gleiches ist beispielsweise noch heute beim Nachbargrundstück Lindenstraße 5 gegeben und - vermutlich - war es wohl auch bei weiteren Häusern diesseits der Lindenstraße so. Und alle verloren sie damals durch den Bau der Bahntrasse ihren direkten Zugang zur Zwönitz.

Der ehemalige Türsturz aus Hilberdorfer Porphyrtuff wartet geduldig auf eine Wiederverwendung. Noch sehr gut lassen sich die Initialen “C G O 1852” erkennen - der eingangs erwähnte Erbauer des Hauses Carl Gottlieb Oertel hat sich damit ein Denkmal gesetzt.

Ein liebevoll gepflegtes Grundstück präsentiert sich uns am 19. Juni 2010.

Links die Freifläche der ehemaligen Nr. 1 und rechts die heute relevante Nr. 3,
ein Einfamilienhaus im typischen DDR-Baustil, welches 1986 errichtet wurde.

Schlussendlich noch dieser Vergleich: Lindenstraße 1 und 3 im Winter 1990 und die Ansicht vom 19. Juni 2010.
(Foto links: Maria Engelhardt)

 

 

 

 

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